Informatik und Gesellschaft im Studienplan

- Textauszug -
 
 
(Beschlossen vom Fakultätsrat am 30. Juni 1999)

3.5 Informatik und Gesellschaft

Das Vordringen der Informatik in nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens gehört zu den entscheidenden Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die Auswirkungen sind vermutlich ungleich massiver als bei den vorangegangenen "industriellen Revolutionen". Neben diesen Auswirkungen für andere sind Rückwirkungen auf die zu beachten, die Informatik betreiben: Informatik als Wissenschaft bedarf der Formalisierung, Modellierung, Abstraktion, ist auf Effizienz ausgerichtet. Werden solche Orientierungen unbedacht verabsolutiert, kann es zu inhumanen Lösungen, zu gestörter Kommunikation, zu einer Mißachtung von allem kommen, was sich einem zu einseitigen rationalen Zugreifen entzieht.

In der Diplomprüfungsordnung Informatik ist daher zur Selbstreflexion das Fach "Informatik und Gesellschaft" verankert. Die Studenten sollen dadurch angehalten werden, neben der Ausbildung spezifischer Fachkompetenz über die Relevanz der Informatik für Individuum und Gesellschaft zu nachzudenken.

Es ist verlangt, daß 1-3 benotete Scheine über Lehrveranstaltungen im Umfang von 6 SWS erbracht werden. Der durch die Vorlage der Scheine nachgewiesene erfolgreiche Abschluß des Faches "Informatik und Gesellschaft" ist Zulassungsvoraussetzung für die Diplomprüfung. Der erfolgreiche Abschluß in "Informatik und Gesellschaft" kann auf Wunsch des Studenten als Zusatzfach anerkannt und mit der gemittelten Note der vorgelegten Scheine in das Diplomzeugnis aufgenommen werden.

Es gibt drei Formen, in denen Studierende relevante Veranstaltungen bestimmen können:

  1. Die Fakultät für Informatik bietet selbst Veranstaltungen an, die für das Fach "Informatik und Gesellschaft" einschlägig sind. Die Liste dieser Veranstaltungen ist über die Aushänge des Dekans, des Studiendekans (Sand 13, EG, R.21), das kommentierte Vorlesungsverzeichnis bzw. - in je aktuellster Form - über
    http://www-ct.informatik.uni-tuebingen.de/sd/index.htm
    einzusehen.
  2. Die Fakultät für Informatik sucht Veranstaltungen anderer Fakultäten aus, stellt durch Kontakt mit den Dozenten sicher, daß die Thematik für "Informatik und Gesellschaft" einschlägig ist und daß ein benoteter Schein erworben werden kann. Diese Liste ist wie die unter (1) einsehbar.
  3. In Eigeninitiative können sich Studierende eine Veranstaltung aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften aussuchen, da dort der Ort ist, wo gesellschaftliche Phänomene zur Sprache kommen. - Mit Bedacht ist von "Bereich" die Rede, nicht von "Fakultät", denn es gibt immer wieder auch in naturwissenschaftlichen Fakultäten Lehrveranstaltungen, die Fragestellungen von gesellschaftlich-kultureller Relevanz thematisieren. - In diesem Fall ist nicht verlangt, daß das Thema der Veranstaltung explizit Computer und Informatik einbezieht. Es können Aspekte thematisiert sein, die für die Persönlichkeitsbildung wichtig sind, aber von informatischem Denken vernachlässigt werden (müssen). Daher ist folgendes zu beachten:

Die Studienkommission hat Anfang 1999 die bisherigen Erfahrungen mit dem Fach "Informatik und Gesellschaft" erörtert und bietet nachfolgend eine Orientierung an. Was folgt ist aber ausdrücklich nicht als Positiv-Liste gemeint, die andere Angebote ausschließen würde. Vielmehr können weitere Realisierungsformen in Zukunft hinzukommen. Ein bloßer Verweis auf ein Schlagwort dieser Liste kann nicht die oben verlangte Begründung/Erläuterung ersetzen.
Unter "Informatik und Gesellschaft" können verstanden werden:

 
 
Startseite  |  letzte Aktualisierung: 26. Mai 2004